Daran kannst du Manipulation erkennen

Manipulations­techniken aufdecken
13 Minuten
Rote Rosen mit Stil und Blättern liegen auf einer weißen Decke

Inhaltsverzeichnis

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Alle manipulieren alle?

Ich versuche mich auf einer unbequemen Liege zu entspannen, während meine Physiotherapeutin meine Wirbelsäule verdreht. "Sie sind ja kaum zu manipulieren", sagt sie. Irgendwie ein schönes Kompliment, denke ich.

Ich weiß, wie sie es eigentlich meint. Sie verwendet Manipulation wörtlich: Ihr geschickter Handgriff sollte meinen Wirbel wieder in die richtige Position bewegen. Ich hingegen denke bei Manipulation an Werbung, missbräuchliche Beziehungen und Propaganda. Darum wird es auch in diesem Artikel gehen.

Ich setze den Begriff nicht wie manche mit Handeln gleich. Bereits mit einer gewöhnlichen Frage würde ich dich demnach z. B. manipulieren wollen, mir zu antworten. Manipulation wird zu etwas Alltäglichem, Kritik daran relativiert.

Dieses Gewöhnliche bezeichne ich lieber als Einfluss(versuch). Wir stehen miteinander in Beziehung und verfolgen selbstverständlich eigene Interessen. Für Manipulation aber braucht es etwas anderes. Dass ihr etwas Hinterlistiges anhaftet, ist kein Zufall:

Manipulation Definition

Manipulation kann ich verwenden, wenn ich meine Ziele erreichen will und andere mich daran hindern, indem sie sich für andere Ziele einsetzen.

Diese Hindernisse räume ich aus dem Weg und sorge dafür, dass mein Gegenüber mich sogar unterstützt: Ich beeinflusse Kommunikation zielgerichtet so, dass andere ihr Verhalten zu meinem Nutzen ausrichten.

Das gelingt, indem ich meine eigenen Motive verdecke: Ich greife in die Trickkiste und tue z. B. so, als ob ich dieselben Ziele hätte, unsere Ziele einander nicht widersprächen oder meine die besseren wären. Nachteile anderer nehme ich gerne in Kauf, denn sie schwächen was mir im Weg steht.

Je geschickter ich bin, desto weniger möglich oder notwendig erscheint es meinem Gegenüber, sich anders zu verhalten. Dieses Täuschen und Instrumentalisieren unterscheidet Manipulation von anderen Einflussversuchen.

Beispiele Manipulation

Irreführende Werbung

Firma A möchte Geld verdienen und entscheidet sich dazu ein Produkt verkaufen, dessen Konsum gesundheitsschädlich ist. Potenziellen Konsumenten werden Studien vorenthalten, in denen das Produkt schlecht abschneidet. Stattdessen preist Firma A hübsch verpackt guten Geschmack und schnelle gesunde Sättigung an. Werbespots zeigen glückliche, schlanke Menschen. Konsumenten gönnen sich einen vermeintlich gesunden Snack, während Firma A sich die Taschen füllt.

Love Scamming

Frau B lernt über ein Online-Portal einen attraktiven Mann kennen. Es scheint alles perfekt: Noch nie hat jemand sie so auf Händen getragen. Kurz bevor sie zusammenziehen wollen, wird angeblich eine Tante des Mannes krank. Sie lebt weit weg und kann sich keine medizinische Behandlung leisten. "Deine Familie ist jetzt auch meine", denkt sich Frau B mitfühlend und überweist 10.000 €. "Ist ja nur geliehen". Weder Geld noch Mann sieht sie danach wieder.

Deepfake

Partei C braucht dringend mehr Stimmen bei der nächsten Wahl. Sie entscheidet sich für einen aggressiven populistischen Wahlkampf. Außerdem beauftragt sie heimlich eine Agentur, ein Video zu erstellen und zu verbreiten. Darin schließt der Kandidat einer Konkurrenzpartei D einen illegalen Deal mit Firma A ab. Frau B sieht entrüstet das Video, das empört in Familie, Freundeskreis und über Social Media geteilt wird. Sie erkennt es nicht als Deepfake und wählt anschließend Partei C, obwohl sie ursprünglich Partei D wählen wollte.

Manipulation widerspricht durch das Täuschen und Instrumentalisieren ethischen Grundsätzen. Zwar macht das nicht jede Manipulation gesetzeswidrig; wie in obigen Beispielen können manipulative Handlungen aber sogar strafbar sein.

Das zu wissen und mich darüber zu ärgern, verhindert aber kaum, ausgenutzt zu werden: Vielmehr muss ich Manipulation im richtigen Moment erkennen und es muss mir möglich sein, mich ihr zu entziehen. Wie geht das?

Innere Freiheit und Manipulation

Niemand kann in meine Psyche greifen oder mir dort Gedanken hineinlegen. Zwar kann ein bestimmter Blick reichen und ich spüre, wie mein Herz beginnt vor Angst zu rasen. Beachte ich den Blick aber nicht oder weise ich ihm keine Bedeutung zu, passiert nichts.

Ich bin erst erfolgreich manipuliert, wenn ich mein Erleben und Handeln zum Ziel des Manipulierenden anpasse. Ich werde nicht manipuliert, wenn ich nicht selbst aktiv mein Verhalten entsprechend ausrichte. Das ist der Raum meiner inneren Freiheit und ihn gilt es sorgfältig zu pflegen.

Aber wie wir noch sehen werden: Geschickt manipuliert, scheint innere Freiheit zu weit weg, um überhaupt daran zu denken. Es erfordert Übung Manipulation zu erkennen und noch mehr Übung ihr zu entgehen. Selbst dann kann es noch schwierig sein und gelingt manchmal nicht.

Täter-Opfer-Umkehr wie "du wolltest es doch auch so, sonst hättest du dich ja anders verhalten können" ist Teil von Manipulation und kein Argument dagegen. Theoretisches Wissen ist nicht praktisches Können: Das ist dem, der manipuliert, durchaus klar.

Beobachten, Hinterfragen, Distanzieren und Aussteigen zeigt daher eine idealtypische Abfolge, um Manipulation zu entgehen. Gelingt es nicht, nur teilweise oder nicht auf Anhieb, deutet es auf besonders widrige Gegebenheiten hin. Daraus etwas wie "selbst Schuld, ich bin halt zu blöd" zu folgern ist jedenfalls überflüssig.

Was man gegen Manipulation tun kann

Beobachten

Systematisches Beobachten hilft herauszufinden, ob ich getäuscht und instrumentalisiert werde:

  • Was empfinde, fühle und denke ich?
  • Wovon bin ich überzeugt?
  • Wie handle ich?
  • Wie verhält sich mein Gegenüber?
  • Wie verhalten sich Dritte?
  • Was hat welche Auswirkungen für wen?
  • Was passiert, wenn ich mich anders verhalte?

Was ich beobachte, hängt davon ab, wie ich beobachte. Je mehr verschiedene Perspektiven ich einnehmen kann und je mehr Details ich erkenne, desto umfassender wird mein Bild. Das schützt mich zwar nicht vor blinden Flecken, aber es verringert sie.

Hinterfragen

Überprüfen kann ich das Beobachtete z. B. auf

  • falsche Behauptungen (z. B. Quellen hinterfragen, Wissen aneignen),
  • rhetorische Mittel (z. B. Logik nachvollziehen, rhetorische Figuren kennen) und
  • Wirkung im Kontext (z. B. Machtstrukturen aufdecken).

Daraus kann ich meine Schlüsse ziehen. Nebelkerzen, die mir bei meiner Recherche hingeworfen werden, sind starke Zeichen für Manipulation, genauso wie Tendenzen zu Missbrauch und Gewalt, sobald ich etwas infrage stelle.

Distanzieren

Habe ich entdeckt, wann ich manipuliert werde, brauche ich als nächstes innere Distanz in entscheidenden Situationen. Je automatischer und selbstverständlicher mir mein Verhalten bisher erscheint, desto wichtiger ist es, mehr Zeit und Raum zu schaffen.

Das kann heißen, in einem schwierigen Moment bis zehn zu zählen, bevor ich antworte. Es kann aber auch bedeuten, eine Nacht darüber zu schlafen, bestimmte Medien nicht mehr zu konsumieren, mit anderen darüber zu reden, den Wohnort zu wechseln oder den Kontakt abzubrechen. Manchmal reicht es eine andere Perspektive einzunehmen, manchmal braucht es über lange Zeit räumlichen Abstand zu jemandem.

Besteht z. B. finanzielle Abhängigkeit, kann das besonders schwierig werden. Dennoch ist jedes bisschen Distanz nützlich und sei es nur ein einziger rebellischer Gedanke. Im Zweifel lässt mich das Gelegenheiten anders zu handeln erst erkennen.

Aussteigen

Mit ausreichend Distanz, kann ich üben mich anders zu verhalten. Ich steige aus dem mir aufgezwungenen Spiel aus.

Gefühle helfen an dieser Stelle leider selten: Schuld, Scham oder Angst ziehen mich häufig in Verhaltensmuster, die ich durchbrechen will. Mit konkretem Vorbereiten auf schwierige Situationen und Orientieren an zuvor festgelegten Perspektiven wird es einfacher.

Am besten aber ist es, so schnell und differenziert beobachten und hinterfragen zu können, dass ich mich schon im kritischen Moment distanzieren kann. Gelingt das, wird auszusteigen überflüssig, denn ich bin gar nicht erst eingestiegen.

Mit Wissen um folgende Zusammenhänge und Techniken kann ich Situationen besser analysieren:

Wie Manipulation funktioniert

Manipulation über Kommunikation

Betroffene enger, missbräuchlicher Beziehungen beschreiben das Erleben von Manipulation oft sehr eindrücklich:

  • "Es war als könnte er in meine Gefühle hineingreifen und sie nach Belieben verändern."
  • "Sie weiß immer genau, welche Knöpfe sie bei mir drücken muss, damit sie kriegt, was sie will."
  • "Ich wusste gar nicht mehr, wer ich ohne ihn bin und konnte nichts mehr alleine entscheiden."

Geschicktes Manipulieren wirkt manchmal unerklärlich wie Magie – allerdings nur solange, bis man den Trick dahinter kennt: Sozial wird über Kommunikation manipuliert. Wie geht das?

Kommuniziert werden kann mit Sprechen genauso wie mit Schweigen oder dem Hochziehen einer Augenbraue: Wird etwas mitgeteilt und wenn ja, was bedeutet es?

Alle Beteiligten beeinflussen den Prozess, in dem das festgelegt wird, bewusst oder unbewusst. Gleichzeitig wirkt Kommunikation auf die Psychen der Beteiligten und auf diesem Weg wirkt auch Manipulation.

Mit Manipulation rege ich über Kommunikation zu jenem Erleben und Handeln an, das meinen Zielen dient. Damit das wirksam und schwer zu entdecken ist, nutze ich, was sowieso schon da ist: Muster im Verhalten meines Gegenübers.

Solche Muster drücken sich z. B. aus in Annahmen über die Welt, der Art zu etwas zu fühlen, Sorgen oder Wünschen. Das lenkt wie ich etwas wahrnehme, einschätze und einordne und leitet mein Handeln.

Lullt mich jemand z. B. damit ein, was ich sowieso schon denke und erfüllt mir sehnlichste Wünsche, werde ich vielleicht weniger misstrauisch: Ich merke nicht oder langsamer, wenn etwas zu meinem Nachteil passiert. Das obige Beispiel zum Love Scamming zeigt das.

Folgende Aspekte machen das Surfen solcher Muster besonders einfach:

Hoher Anpassungsdruck

Verhalten hängt stärker von Kultur, Peer-Group und Kontext ab, als wir uns das gewöhnlich bewusst machen:

  • Wie gehen wir miteinander um?
  • Was darf ausgesprochen werden und was nicht?
  • Wer ist Freund und wer Feind?
  • Wann ist was angemessen und was nicht?

Spätestens in einer unbekannten Kultur, merke ich, wie wenig ich mich orientieren kann und stolpere von einem Fettnäpfchen ins nächste. Ich weiß nicht, was mein Verhalten oder das anderer bedeutet.

Die Chance ausgeschlossen zu werden, wenn ich mich nicht bald kulturell adäquat verhalte, ist hoch: Ich bin unberechenbar und das ist potenziell gefährlich. Sich nicht anzupassen kann daher sehr schwierig bis unmöglich sein.

Sozialer Anpassungsdruck ist soziale Realität. Das wirkt sich auf mein Handeln und mein Erleben aus. Meine Wahrnehmung, mein Denken und Fühlen sind schon deshalb nie völlig unabhängig.

Manipulation nutzt, was sowieso schon da ist. Heizt z. B. starke politische Polarisierung die Stimmung auf, gibt es nur noch dafür oder dagegen. Kritisch zu bleiben und mich anders zu verhalten, als "mein Rudel" fällt mir vielleicht gar nicht erst ein – siehe obiges Beispiel zum Deepfake.

Starke Emotionen und Stress

Mit intensiven Emotionen scheint es manchmal, als könnte ich nur auf eine Weise denken, fühlen oder handeln: Ich bin im Tunnel. Wem es gelingt mich darüber zu instrumentalisieren, dem werde ich mit viel Energie helfen, seine Ziele zu erreichen.

Das gilt ebenso für starken Stress, denn er verengt den Blick und erschwert innere Distanz zu sich und anderen. Erfolgreiche Manipulation schafft z. B. Situationen, in denen Entscheidungen schnell getroffen werden sollen. Je weniger Zeit und Raum für Zweifel, je enger der Blick, desto nützlicher. Red flags werden erst mit viel Distanz im Nachhinein sichtbar.

Niedriges Selbstvertrauen

Ist meine Beziehung zu mir grundsätzlich instabil, bin ich für mich selbst kaum überzeugend. Mein Denken kann nicht eigenständig und kritisch bleiben. Innere Verbote und Tabus prägen mein Beobachten und mein Schlussfolgern: "das darf nicht sein, also kann es nicht sein". Meine Emotionen orientiere ich stark am Verhalten meines Gegenübers.

Soziale und existenzielle Unsicherheit durch z. B. Machtstrukturen aus finanzieller Abhängigkeit erschweren es, einen klaren Blick zu bewahren.

In meiner Not neige ich dazu, meine innere Freiheit aufzugeben. Ich kann mir nicht vertrauen. Das lässt sich hervorragend nutzen: Mit Gaslighting z. B. wird gezielt das Vertrauen der Manipulierten in die eigene Wahrnehmung unterwandert.

Das führt uns zu drei Kategorien konkreter Manipulationstechniken. Es lohnt sich sie im Detail zu kennen, denn sie liefern beobachtbare Anhaltspunkte statt nur ein waberndes unstimmiges Bauchgefühl:

Kategorien von Manipulations­techniken

Täuschen über Fakten

Fakten können stören: Nicht nur ist Realität vielleicht ungünstiger als ich sie gerne hätte, andere Personen könnten sich bei ihren Entscheidungen auch zu meinem Nachteil daran orientieren.

Wie im obigen Beispiel zu irreführender Werbung, kann ich Fakten ignorieren, wie die Hinweise auf gesundheitsschädigende Wirkung. Ich lasse Information weg, die mir nicht dient. Fragt mich jemand dazu, weiß ich von nichts.

Das ist klassisches Lügen, nichts Neues. Brisant ist, dass es mit globalisierter Digitalisierung immer schwieriger wird, zu prüfen, was Fakten sind und was nicht. Wir sind häufiger als früher mit systematischer Falschinformation konfrontiert.

Auch wenn es anstrengend und zeitintensiv ist: Skepsis, Nachfragen und das Prüfen von Quellen sind analog wie digital nötig. Außerdem brauche ich breites und tiefes Wissen, um Widersprüche zu sehen und Aussagen in Verhältnis zueinander zu setzen.

Manipulative Rhetorik

Menschen, denen es gut gelingt zu manipulieren, können scheinbar jedes Gespräch zu ihren Gunsten wenden und jeden Einwand schlagfertig kontern. Setzen sie dafür unlautere Tricks ein, macht sie das zu Meistern schwarzer Rhetorik.

Nicht jeder, der gut reden kann, manipuliert auch, zu täuschen und zu instrumentalisieren macht den Unterschied. Rhetorisch wird dazu mit Fehlschlüssen argumentiert bzw. werden solche beim Gegenüber provoziert.

Fehlschlüsse täuschen Logik vor, um von etwas zu überzeugen oder Argumente des Gegenübers zu entkräften. Hier drei typische Beispiele:

  • Ad hominem – greift die Person an, statt auf der Sachebene zu bleiben: "Du kannst nicht beurteilen, ob das gute Arbeitsbedingungen sind, so hysterisch wie du immer bist, kannst du das nicht einschätzen."
  • Strohmann – ein Argument wird überspitzt und verzerrt, um es leichter angreifen zu können: "Du willst mehr Zeit für die Familie haben? Klar, jeder gibt jetzt seinen Job auf, damit wir nur noch zu Hause sitzen, um uns stundenlang zu umarmen..."
  • Falsches Dilemma – es wird etwas als Widerspruch dargestellt, ohne dass es einer sein müsste: "Entweder du ziehst zu mir oder du hast bewiesen, dass du mich nicht liebst und keine Beziehung mit mir willst."

Diese sowie viele andere rhetorische Mittel erkennen und analysieren zu können, ist wie ein Joker: Die manipulierende Person damit zu konfrontieren, kann eine Situation völlig wenden.

Ausnutzen kognitiver Verzerrungen

Selbst wenn ich theoretisch etwas gerne ausgewogen und differenziert beurteilen möchte, kann es sein, dass Evolution und Kultur das praktisch verhindern: Wir neigen zu bestimmten kognitiven Verzerrungen, die häufig unbewusst stattfinden und bewusstes Denken und Handeln beeinflussen, ohne dass es uns auffällt. Wie ich etwas wahrnehme und beurteile, ist maßgeblich davon abhängig wie mein Gehirn und meine Psyche arbeiten.

Für Manipulation lässt sich das gut nutzen: Ich beeinflusse Kommunikation so, dass kognitive Verzerrungen, die mir in die Karten spielen, beim Gegenüber besonders wahrscheinlich werden. Das sind drei Beispiele:

  • Soziale Bewährtheit (Social Proof) – Orientieren an anderen: „Lisa, Tanja und Birgit haben das auch gemacht und fanden es toll. Das ist ganz normal, denk doch endlich auch mal darüber nach.“
  • Verlustaversion – Tendenz Verlust vermeiden zu wollen: „Wenn wir jetzt kein Kind zusammen bekommen, wird vielleicht unsere Beziehung zerbrechen. Du wirst dich für später fragen, warum du die Chance nicht genutzt hast.“
  • Anchoring (Anker-Effekt) – ein Wert, der einen anderen Wert besonders günstig oder ungünstig erscheinen lässt: "Ich wollte unbedingt sechs Wochen nach Südafrika. Jetzt habe ich gesagt, wir können auch nur vier Wochen nach Ibiza fahren – du musst mir jetzt auch mal entgegenkommen."

Im Cognitive Bias Codex finden sich viele weitere solcher Verzerrungen. Das eigene Erleben darauf hin bewusst zu überprüfen, kann z. B. Entscheidungen deutlich verbessern.

Schutz vor systematischer Manipulation

Auf kleinere Manipulationen zwischendurch fallen die meisten mal rein. Das ist auch nicht so schlimm: Dann hat man mal Blödsinn gekauft oder ein Stück "gesunden Kuchen" gegessen, was soll's.

Problematisch ist andauernde und systematische Manipulation, sei es privat oder öffentlich. Das kostet nicht nur Lebenszeit, sondern kann die Welt auch erheblich zu unseren Ungunsten verändern.

Davor schützen zum einen die stabile Verbindung zu sich selbst und Klarheit im Erleben und Handeln. Unsicher in mir und verwirrt bin ich anfälliger dafür, mich von anderen leiten zu lassen. Spätestens sobald ich nicht mehr weiß, was ich eigentlich selber will, ist dringend eine Auszeit nötig.

Zum anderen brauche ich Wissen über die Welt außerhalb meiner Bubble und Wissen darüber, wie Manipulation funktioniert. Lebenslanges Lernen sollte keine Floskel werden. Zum Wissen über Manipulation hat dieser Artikel hoffentlich beigetragen.

Danke für dein Interesse!